Ins Gesicht sagen
„Wirksame politische Einflussnahme“ – das war in den letzten DDR-Jahren erklärtes Ziel der Staats- und Parteioberen gegenüber den Kirchen. Zu diesem Zweck luden sie in planvoller Regelmäßigkeit die Männer aus der Kirchenleitung zum Gespräch. Da saßen sich dann zum Beispiel der Stellvertreter für Inneres des Rates des Bezirkes und der Bischof gegenüber. Der Staatskader begann das Gespräch mit Ausführungen zur allgemeinen politischen Lage unter Hinweis auf die einschlägigen Beschlüsse der Partei und der Verlautbarungen des Genossen Staatsratsvorsitzenden. Danach kam er auf einzelne Probleme zu sprechen. Sie betrafen oft genug die Aktivitäten der Basisgruppen in den Gemeinden. Das waren die Gruppen, die sich mit politischen Themen wie Frieden, Umwelt und Menschenrechte befassten. In den Augen von Staat und Partei fielen sie auf, nämlich als feindlich-negative Kräfte, wie es in der Sprache der Staatssicherheit hieß. Stellten sie doch die Politik von Staat und Partei in Fra...