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Es werden Posts vom Dezember, 2017 angezeigt.

Nun soll es werden Friede auf Erden

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Mahmud Abbas und Benjamin Netanjahu feiern auf dem Tempelberg gemeinsam Gottesdienst. Und Paula und Peter Hansen und treffen sich bei Knudsen am Kühlregal und reden miteinander bis Ladenschluss. Nun soll es werden Friede auf Erden! Wer vom Frieden singt, singt immer auch vom Krieg. Paula und Peter streiten sich schon seit Jahren um das Erbe der Eltern. Und Palästinenser und Israeliten kämpfen noch viel länger um Jerusalem. Als wären Krieg und Frieden die zwei Seiten derselben Medaille. Immer wieder nehmen wir sie in die Hand und werfen sie hoch und setzen auf Frieden. Dann fällt die Münze und kreiselt noch ein wenig auf dem Boden – schließlich bleibt der Krieg obenauf. Paula und Peter reden lieber schlecht übereinander statt nur einmal miteinander. Abbas und Netanjahu geben sich nach wie vor unversöhnlich. Aus dem Jubel der Engel wird eine Klage: Nun soll es werden Friede auf Erden! Zur Zeit Jesu gaben sie sich sicher: Dieser Geburtstag hat der Welt ein anderes Ges

Hirtendialoge

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An der Krippe Da ist es. Ja. Ich habe es dir gesagt. Hast du. Aber jetzt sei einmal still. … Ist doch schön, wenn es so still ist. Ja. Psst. … Ich könnte hier die ganze Zeit stehen und schauen. Die kleinen Finger. Wie es um den Mund zuckt. Da. Ein Lächeln. Ja. … So einfach tritt Gott in dein Leben. So einfach ist das nicht. Frag mal Maria. Du meinst: eine schwere Geburt? Jede Geburt ist schwer. Auch die von Gottes Kind? Denkst du, dass Gott es leicht hat, zur Welt zu kommen? Jetzt, wo er da ist? Hier vor uns? Das sieht doch alles ganz leicht aus. Als müsste es so sein. Ja, aber was alles hätte geschehen können. Du hättest das Licht übersehen können. Das war nicht zu übersehen. Es hat geblendet. Du wolltest zuhause bleiben. Fast wärst du nicht losgegangen. Ich hatte ja dich. Du hast nicht locker gelassen. Danke. Bitte. – Wir hätten den Stall verpassen können. Wie hast du gesagt? Wir werden bestimmt schon erwartet! Ja. So war e

Das habt zum Zeichen - Zur Christnacht II

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Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. (Lukas 2,12.) Selig sind die Hirten. Sie können das Kind nicht verfehlen. Wenn sie es finden, werden sie es erkennen. An den Windeln. An der Krippe, in der es liegt. Etwas verlegen werden sie näher treten. Sie werden es anschauen. Und anschauen und anschauen. Wie von selbst werden sie einen Finger ausstrecken, um es zu streicheln. Sie werden auf seinen Atem hören, ganz leise. Sie werden riechen, wie es duftet. Das Kind wird leuchten. Und auch ihre Augen und Gesichter und Seelen werden anfangen zu leuchten. Selig sind sie. Fordere dir ein Zeichen vom Herrn, deinem Gott, es sei drunten in der Tiefe oder droben in der Höhe! (Jesaja 7,11.) Gott bietet das König Ahas an: ein Zeichen, das Ahas zeigt, dass Gott mittendrin ist in seinem Leben. Ahas lehnt ab. „Ich will's nicht fordern“, sagt er, „damit ich den Herrn nicht versuche.“ Vielleicht hält ihn die Ehrf

Rosentraum - Zur Christnacht I

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Sie hatte von Rosen geträumt und war aufgewacht davon. Rosen in allen Farben hatte sie gesehen. Sie schwebten vom Himmel, verfingen sich in Bäumen und Sträuchern, fielen auf Autos, die vorüberfuhren, blieben auf dem Weg liegen. Sie stand auf. Der Tag lag vor ihr wie ein weißes Blatt Papier. Sie konnte es füllen, womit sie wollte. Mit einem Spaziergang vor dem Frühstück, zum Beispiel. Sie zog sich an und trat vor die Tür. Klar war die Luft und frisch. Sie zögerte, in welche Richtung sie gehen sollte. Sie blickte die Straße links hoch und rechts runter. Da entdeckte sie eine Rose. Ein paar Schritte entfernt lag sie auf dem Gehweg. Gelb leuchtete der Kopf. Sie lächelte: Träume... Sie ging hin und hob die Rose auf. Wie mochte sie dorthin gekommen sein? Bestimmt hatte sie jemand gerade erst verloren. Sie schaute sich um. Kein Mensch war zu sehen, aber da war doch noch eine Rose. Eine rote war es dieses Mal, sie hing in den Maschen eines Gartenzauns. Sie nahm sie vorsichti

Wo das Licht scheint

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Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir! (Jesaja 60,1.) Ein Junge erlebt das erste Mal mit allen Sinnen den Heiligen Abend. Max soll er heißen. Heute kommt auch zu ihm das Christkind und bringt Geschenke. Das weiß er, seine Eltern haben es ihm oft gesagt in den letzten Tagen. Es kribbelt in seinem Bauch. Vorgestern war er noch einmal mit seiner Mutter im Dunkeln unterwegs. Dort, wo große und kleine Menschen sich trafen und Lieder sangen. Er staunte über das Haus und die Figuren darin, die in einem erleuchteten Fenster standen – und über den Stern, der von der Dachrinne baumelte und rot und orange strahlte. Eben ist er aus der Kirche zurück gekommen. Viele Menschen waren da und die Orgel spielte. Kinder haben gesungen mit Kerzen in der Hand. Überall leuchteten Kerzen. Jetzt steht er mit Opa vor der Wohnzimmertür. Ein Glöckchen hat geklingelt. Das ist das Zeichen: Das Christkind war da. Langsam öffnet sich d

Wartezeit

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Samuel von Hoogstraaten, Johannes erhält im Gefängnis Christi Antwort, vor 1660 (Hamburger Kunsthalle) Der Advent ist eine gute Zeit, das Warten zu lernen oder – falls Sie es schon gelernt haben – es alle Jahre wieder zu üben. Der Advent macht das Warten nämlich einigermaßen leicht. Er erstreckt sich über eine überschaubare Zeit. Dieses Jahr fällt sie sogar extra kurz aus. Diese Zeit wird zudem dank der schönen Erfindungen von Adventskranz und Adventskalender auch noch in wartefreundliche Einheiten geteilt. Das Ende des Wartens ist jederzeit absehbar. Es rückt mit jedem geöffneten Türchen, mit jeder brennenden Kerze näher. Und dieses Ende ist ein gutes Ende. Ein Fest mit Lichterglanz und Geschenkeglück, Kinderlachen und Kindheits­erinnerungen. Dennoch bringt das Warten im Advent Herausforderungen mit sich. Weihnachtsartikel gibt es ab Oktober, Weihnachtsmärkte beginnen vor Totensonntag, Weihnachtslieder erklingen bereits am ersten Advent. Oft wird schon gar nicht mehr

Schwarzseher und Sternsucher

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Zwei Menschen mit Fernrohren an einem dunklen Abend in der Föhrer Marsch. Siehst du was? Nee. Alles schwarz. Bei mir auch. Schwarzseher. Was? So sagen sie zu uns: Schwarzseher. Ach? Ja. Schwarzseher. Da kommt einer von den Schwarzsehern. Habe ich gestern erst gehört. Die Meier hat das dem Müller zugeflüstert, als ich in den Laden kam. Schwarzseher. Warum Schwarzseher? Naja, liegt irgendwie nahe: Wir schauen ja ins Schwarze, jeden Abend. Nur weil die aufgegeben haben und wir noch nicht. Ich finde eher, die sind die Schwarzseher. Mir brauchst du das nicht zu sagen. Wir sind doch die einzigen, die immer noch Ausschau halten. Ja, ich weiß. Die einzigen, die sich nicht damit abfinden wollen, dass die Sterne einfach vom Himmel verschwunden sind. Naja, ich kann sie ja verstehen. Irgendwann muss der Alltag ja auch... Alltag, wenn ich das schon höre. Was ist das für ein Alltag. Ohne Sterne. Ja, ich weiß. Man kann doch das Dunkel nicht einfach so hinne