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Wenn er einzieht

Das Warten hat jetzt endlich – einen Anfang. Alles ist vorbereitet für den Advent. Die erste Kerze brennt am Adventskranz. Der Herrnhuter Stern strahlt. Auch bei Ihnen zu Hause wird sich wohl spätestens heute der Advent ausbreiten – wenn er nicht schon in der Woche begonnen hat. Die selbst gebackenen Kekse warten auf den Adventstee. Die Adventskalender locken mit den noch verschlossenen Türchen. Die Sterne und Engel an den Fensterscheiben, die Lichtergirlanden an den Häusern künden vom Advent. Jetzt also kann das Warten beginnen – denn das ist er ja, der Advent: Eine Zeit des Wartens. Eine Zeit des Wartens – worauf eigentlich? Worauf warten Sie im Advent? Was erwarten Sie vom Advent? Wir wünschen uns ja gern einen besinnlichen Advent, in dem wir ein wenig zur Ruhe kommen, die Zeit genießen – und wissen doch, dass der Advent auch den Stress der zahllosen Adventsfeiern und die Vorweihnachtshektik bringt. Vielleicht sehnen wir uns auch nach einem friedlichen Advent, der uns schöne Stunden...

Bis die Sonne wieder scheint

Immer wenn ich dich besuch, fühl ich mich grenzenlos. / Alles andere ist von hier aus so weit weg. / Ich mag die Ruhe hier zwischen all den Bäumen, / als ob es den Frieden auf Erden wirklich gibt. / Es ist ein schöner Weg, der unauffällig zu dir führt. / Ja, ich habe ihn gern, weil er so hell und freundlich wirkt. Das sind Zeilen der Band „Die Toten Hosen“. „Nur zu Besuch“ heißt der Song, der von einem Tag wie heute erzählt. Er erzählt davon, wie einer sich auf den Weg zu einem Besuch macht. Zum Besuch auf den Friedhof, an das Grab eines Menschen, der gestorben ist, der ihm fehlt. So wie wir heute zu Besuch sind an den Gräbern der Menschen, die uns lieb waren. Manche dieser Gräber sind noch ganz frisch und mit ihnen die Wunden, die der Tod schlug. Andere Gräber bedeckt das Tannengrün so friedlich, wie die Zeit die Wunden hat heilen lassen. Und doch: Ob es nun erst Tage und Wochen oder schon Monate oder gar Jahre sind, die seit dem Tod vergangen sind: In diesen Tagen, heute, kehren wir ...

Mit ausgebreiteten Armen

Das weiße Haus auf der Düne wird größer. Die Fähre schiebt sich durch die Fahrrinne dem Hotel und dem Hafen entgegen. Langsam ziehen die Sandbänke und die Birkenstämme an ihm vorüber. Zu langsam für Karl, der über das Oberdeck der Fähre läuft. Die Jacke weht im Wind. Er spürt die Kälte nicht, der feine Sprühregen macht ihm nichts aus. Er bleibt stehen, kneift die Augen zusammen und schaut in Richtung Anleger. Der Triebwagen ist noch nicht da. Karl schaut auf die Uhr. Er müsste gerade im Bahnhof losgefahren sein. Karl läuft zum Heck und schaut in das aufgewühlte Fahrwasser, das die Fähre hinter sich herzieht. Oft ist er schon hin- und hergefahren. Noch nie hat es ihn so gestört wie heute. Dabei hätte er nicht aufs Schiff steigen müssen. Er hätte ganz einfach auf der Insel warten und ihn vom Hafen abholen können. Aber er konnte nicht anders. Als er von seinem Großen hörte, dass der Kleine unterwegs sei, schaute er auf den Fährplan in seinem Portemonnaie, fuhr zum Hafen, stieg auf das Sch...