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Ach, Sehnsucht

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Im Anfang ist die Sehnsucht. Er ist nicht hier. Aber ich wünsche mir, er wäre hier. Je länger, desto dringlicher. Bei mir, greifbar, fühlbar. Vielleicht fängt es deswegen auch nicht mit der Sehnsucht an. Sondern mit dem Vermissen. Ich vermisse ihn und das, was er mir verspricht. Wärme, die länger anhält als die des Glühweins. Licht, das leiser leuchtet als das einer Kerze. Ich vermisse ihn, weil das Leben ohne ihn nicht ist, wie es sein soll. Wie ich es mir wünsche. Vielleicht fängt es deswegen auch nicht mit dem Vermissen an. Sondern mit dem Leben. Es tut sich eine Leerstelle auf in meinem Leben. Manchmal, weil das Schicksal zuschlägt und einen Krater hinterlässt. Manchmal, weil ich mir vorkomme, als wäre ich ein Blatt im Wind, getrieben von den Böen eines Hagelschauers. Manchmal auch nur, weil es grau ist, wenn ich aus dem Fenster auf mein Leben schaue. Ja, vielleicht fängt es so an. Und dann rufe ich nach dem Einen, der mich hält und füllt. So schau nun vom Himm...

Glänzen wie die Sterne

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» Hab keine Angst! Gott liebt dich. Frieden sei mit dir! « ( Daniel 10,19 .) Der Engel spricht sacht zu Daniel, berührt leise seinen Arm. Das tut gut. Sehr gut. Tod und Zerstörung hat Daniel gesehen. Seine Heimat liegt in Trümmern, Jahrzehnte schon. Die Menschen um ihn herum schauen immer noch gebannt auf das Ende, das mit Schrecken kam.  Er will den Blick lösen von dem, was war. Er will neues Leben, für sich, für die Menschen um ihn herum. Er hebt den Kopf. Er hebt die Hände. Er klagt das Leid zu Gott. Sein Leid, das Leid der Menschen. Leid, das von Gott kommen muss, wenn es eine Sinn haben soll. Und wenn das Leid von Gott kommt, soll er helfen, es zu tragen. Da erscheint ihm der Engel. Eine Gestalt aus Licht, die ihn leise anspricht, die ihn sanft anrührt. » Hab keine Angst! Gott liebt dich. Frieden sei mit dir! «  Eine spricht mich leise an und legt ihre Hand sacht auf meine Schulter. Ich atme auf, richte mich auf. Da ist eine bei mir. Eine, die mi...

Davon redet der Mund

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Der "grüne Mann" in der Elisabethkirche" in Marburg (Foto: B. Dietrich) Ein Gesicht, aus dem grüne und goldene Blätter wachsen:  Wer die Elisabethkirche in Marburg besucht, wird erstaunt diese Figur entdecken. Sanft schaut sie den Betrachter mit einem freundlichen Gesicht an. Die Gesichtszüge sind weich und zugewandt – kaum zu entscheiden, ob es sich um einen Mann oder eine Frau handelt. Grün und golden glänzen die Blätter, die aus dem Mund und der Stirn dieses Menschen kommen, so als würden gute Worte und Gedanken aus ihm herauswachsen. Jesus sagt: Entweder der Baum ist gut und dann sind auch seine Früchte gut. Oder der Baum ist schlecht und dann sind auch seine Früchte schlecht. Denn an seinen Früchten könnt ihr den Baum erkennen. (Matthäusevangelium 12,33 -- www.basisbibel.de) Was dieses Gesicht in der Elisabethkirche hervorbringt, ist gut. Es schaut nicht nur freundlich, seine Worte und Gedanken sind deutlich. Es sieht mich an, als fragte es...