Posts

Posts mit dem Label "Licht" werden angezeigt.

Fenster zur Auferstehung

Bild
Stellt euch vor: Es ist noch dunkel hier in der Kirche. Richtig dunkel. Wir sehen vielleicht gerade die Hand vor Augen. Aber sonst: nichts. Wir sehen nichts. Wir hören. Es klopft. Es klopft wie Eisen auf Eisen. Wie Eisen auf Stein. Die Geräusche kommen von vorne, vom Altar. Es schlägt und klopft von außen gegen die Kirchenmauern. Wir lauschen und hören. Ein Schlag und noch ein Schlag. Wir hören und wir sehen ein Lichtstrahl. Seitlich vom Altar. Dort wo die große Nische ist. Die wartet schon lange auf ein Fenster. Jetzt wächst es dort. Ein Fenster aus Licht. Auch auf der anderen Seite vom Altar fällt jetzt ein Stein. Strahlt Licht in die Kirche. Stellt euch vor: Fenster zur Auferstehung. In unserer Kirche. In eurem Leben. Da kommt einer und klopft. Schlag für Schlag. Gegen das, was das Leben dunkel macht. Das Leid, dem Worte und Tränen fehlen. Gegen das, was das Leben hart macht. Die Wut auf all das, was nicht ist, wie es sein soll. Da kommt...

Wo das Licht scheint

Bild
Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir! (Jesaja 60,1.) Ein Junge erlebt das erste Mal mit allen Sinnen den Heiligen Abend. Max soll er heißen. Heute kommt auch zu ihm das Christkind und bringt Geschenke. Das weiß er, seine Eltern haben es ihm oft gesagt in den letzten Tagen. Es kribbelt in seinem Bauch. Vorgestern war er noch einmal mit seiner Mutter im Dunkeln unterwegs. Dort, wo große und kleine Menschen sich trafen und Lieder sangen. Er staunte über das Haus und die Figuren darin, die in einem erleuchteten Fenster standen – und über den Stern, der von der Dachrinne baumelte und rot und orange strahlte. Eben ist er aus der Kirche zurück gekommen. Viele Menschen waren da und die Orgel spielte. Kinder haben gesungen mit Kerzen in der Hand. Überall leuchteten Kerzen. Jetzt steht er mit Opa vor der Wohnzimmertür. Ein Glöckchen hat geklingelt. Das ist das Zeichen: Das Christkind war da. Langsam öffnet sich d...

Das Haus am See

Früher wart ihr Teil der Dunkelheit. Aber jetzt seid ihr Teil des Lichts, denn ihr gehört zum Herrn. Führt also euer Leben wie Menschen, die zum Licht gehören! Denn das Licht bringt als Ertrag lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit.   (Epheser 5,8-9 -- www.basisbibel.de) Andrea zum Beispiel. Sie öffnet an diesem Morgen im kleinen Haus am See die Fensterläden. Sonnenlicht stürzt in das Zimmer wie Wasser durch einen gebrochenen Deich. Sie hält eine Hand vor die Augen. Geblendet, weil es so plötzlich so hell ist. Sie nimmt die Hand weg und blinzelt mit einem Lächeln in die Morgensonne. Sie wärmt schon. Das Licht vertreibt das Dunkel. An diesem Morgen schluckt die Sonne die Nacht in ihrem Zimmer. Jeden Morgen und jeden Abend drängt das Licht das Dunkel ein wenig weiter zurück. Ein Bild auch für ihr Leben? Hat sie die Dunkelheit gegen das Licht eingetauscht? Früher, was noch gar nicht so lange her ist, verlor sie sich fast im Dunkeln. Mit einem Mal war das Licht ausgega...

Ein Blinder sieht das Licht

Es ist die Geschichte seines Lebens. Er muss sie erzählen. Immer wieder. Weil das, was er erlebte, nach außen drängt. So erzählt er: „Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Brei und strich ihn mir auf die Augen. Dann sagte er zu mir: 'Geh zu dem Wasserbecken von Schiloach und wasche dich.' Ich ging dorthin, und als ich mich gewaschen hatte, konnte ich sehen.“ (Johannesevangelium 9,11 - www.basisbibel.de) Das ist Jahre her. Wer ihn heute sieht, der kommt nicht auf den Gedanken, dass er jemals blind gewesen sein könnte. Auch die, die ihn von kleinauf begleitet haben, vergessen es manchmal: Blind wurde er geboren. Er selber hat es nicht vergessen. Jedes Mal, wenn er die Augen schließt, erinnert er sich an das Dunkel, in dem er über Jahre saß. Manchmal macht er sich sogar einen Spaß daraus und bewegt sich mit geschlossen Augen durch die Straßen. Er kennt sich immer noch blind in ihnen aus. Er weiß noch wie viele Schritte es von seinem Haus bis zur nächsten Straßenecke sind, wo ein...